Ab 22. Januar 2021 verstoßen Atomwaffen gegen das Völkerrecht


Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN begrüßt mit großer Genugtuung, dass am 22. Januar der UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen in Kraft tritt. Der Verein wird aus diesem Grund den Rat der Stadt Hagern auffordern, dem ICAN-Städteappell beizutreten. In diesem Appell fordern Städte die Bundestregierung auf, dem UN-Vertrag, den über 122 Staaten unterzeichnet und den inzwischen 50 Staaten ratifiziert haben, beizutreten. Diesen Appell haben über 100 Städte allein in Deutschland und vier Bundesländer beschlossen.

Auch im deutschen Bundestag wird das Thema derzeit diskutiert. Abgeordnete aus den Reihen der SPD, GRÜNEN und Linken halten es für wichtig, sich für eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen. Aus unserer Region arbeiten die Abgeordneten René Röspel und Ralf Kapschack im Parlamentskreis Atomwaffenverbot mit. Sie waren auch 2020 an einer Aktion in Büchel beteiligt, wo nach wie vor Atomwaffen lagern.
Die Stadt Hagen ist Mitglied im internationalen Städtebündnis Mayors for peace (Bürgermeister für den Frieden). Das HAGENER FRIEDENSZEICHEN und die Stadt Hagen erinnern seit einigen Jahren regelmäßig am 8. Juli, dem internationalen Flaggentag, an das Urteil des internationalen Gerichtshofs, das die Drohung mit Atomwaffen für völkerrechtswirdrig erklärte.
Zum Atomwaffenverbotsvertrag erklärt Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des HAGENER FRIEDENSZEICHENs: "Dass die Weltgemeinschaft in der überwiegenden Mehrheit ihrer Staaten die Ächtung der Atomwaffen 2017 beschlossen hat, geht auf die Initiative kleiner Gruppen in der Welt zurück." Er betont damit die Bedeutung von lokalen und bürgerschaftlichen Aktivitäten für Frieden und Sicherheit. In diesem Sinne wird sich der Verein weiterhin engagieren.
Gerne bieten wir Ihnen ein Interview oder einen Gastbeitrag zu diesem Thema an. Für Rückfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung (Dr. Christian Kingreen, Tel.: 5 39 93, Ruth Sauerwein, Tel.: 5 74 38).



Städtebündnis fordert atomare Abrüstung
Am 8. Juli Flaggentag in Hagen
Über 350 Städte des weltweiten Netzwerkes „Bürgermeister für den Frieden“ werden am Mittwoch, 8. Juli, allein in Deutschland gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Atomwaffen setzen. Auch in Hagen wird um 16 Uhr am Rathaus an der Volme die grüne Fahne mit der Friedenstaube gehisst. Die Aktion wird gemeinsam von der Stadt Hagen und dem Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN durchgeführt. Für die Stadt Hagen wird Bürgermeister Horst Wisotzki eine Ansprache halten. Anschließend findet am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße eine Mahnwache statt.
Rund 13.400 Nuklearwaffen bedrohen aktuell die Menschheit. 20 Atomsprengköpfe lagern nach wie vor in Büchel in der Eifel. Rüstungskontrollverträge sind gekündigt worden. Das Internationale Friedensforschungsinstitut SIPRI warnt vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Das macht deutlich: Atomwaffen müssen abgerüstet und geächtet werden! Ganz im Sinne des Urteils des Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vom 8.7.1996, der eine völkerrechtliche Verpflichtung zu Verhandlungen über nukleare Abrüstung feststellte.
Atomwaffen stellen eine immense Bedrohung für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt dar. Städte wären im Falle eines atomaren Angriffs durch ihre Wirtschaftskraft, Infrastruktur und hohe Einwohner*innenzahlen herausgehobene Ziele. Das Bündnis der Bürgermeister für den Frieden setzt sich für das Recht der Bevölkerung auf ein Leben frei von dieser Bedrohung ein. Gleichzeitig setzt sich das Bündnis ein für den 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag und fordert weltweit die Regierungen auf, diesem Vertrag beizutreten. In diesem Vertrag werden Atomwaffen ausdrücklich geächtet.
Ruth Sauerwein

Am 11. März 2020:
Mahnwache neun Jahre nach Fukushima

Am 11. März 2011 löste ein Tsunami die Atomkatastrophe in Fukushima aus. Diese größte
Katastrophe der zivilen Nutzung der Atomenergie jährt sich in diesem Jahr zum neunten Mal. Aus diesem Anlass ruft der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN am Mittwoch, den 11. März 2020, zu einer Mahnwache am Hagener Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße auf, um der Opfer zu gedenken. Beginn der Aktion ist um 17.30 Uhr.

„Wir erinnern uns an unserer Entsetzen im März 2011 über das Leid der Menschen, die Zerstörung der Natur. Aber wir wissen auch, dass die Katastrophe noch im vollen Gange ist: Im Inneren der zerstörten Reaktoren herrscht nach wie vor lebensbedrohliche Strahlung. Die Atomruinen müssen durch ununterbrochene Wasserzufuhr gekühlt werden. Große Teile des kontaminierten Wassers verseuchen trotz massiver Gegenmaßnahmen weiterhin Grundwasser und Meer, der aufgefangene Teil des radioaktiven Abwassers wird in riesigen Tanks gespeichert. Wegen Platzmangels soll das stark radioaktiv verstrahlte Wasser ab 2022 direkt in den Pazifik abgelassen werden. Der Schilddrüsenkrebs kommt bei Kindern im Großraum Fukushima 23 mal häufiger vor als im Landesdurchschnitt.“ So Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des HAGENER FRIEDENSZEICHENs.

Diese Folgen bekräftigen die Forderung: Alle Atomreaktoren müssen weltweit abgeschaltet
werden! Vor allem dürfen keine Veranstaltungen im Rahmen der Olympischen Spiele 2020 in
Tokio im Raum Fukushima stattfinden!

NEIN zu DEFENDER 2020

In unserer Zeit der Globalisierung ist Zusammenarbeit der einzige Weg, um die Menschheit vor Gefahren zu bewahren. Das gilt für die radioaktive Strahlung ebenso wie – aktuell – für Viren und den Klimawandel. In diesen Tagen läuft mit DEFENDER 2020 das größte NATO-Manöver seit Jahrzehnten an. 35.000 Soldat*innen und Kriegsmaterial werden derzeit auch über Dortmund nach Berlin und von da aus an die russische Grenze transportiert. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEITEN sieht darin das falsche Signal in einer Zeit, die internationale Zusammenarbeit mehr denn je benötigt. Abgesehen davon, dass solche Manöver einen Umweltfrevel der besonderen Art darstellen, vertiefen sie Feindbilder.

Fukushima mahnt: Nur Zusammenarbeit aller Menschen rettet die Menschheit vor einer
ökologischen Katastrophe. Großmanöver wie DEFENDER erschweren die notwendige
internationale Zusammenarbeit!

Ruth Sauerwein