Mahnwache zum 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion

Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN erinnert am Freitag, den 25. Juni, mit einer Mahnwache an den 80. Jahrestag des Überfalls der Wehrmacht auf die damalige Sowjetunion. Die Aktion beginnt um 16 Uhr am Mahnmal für Zwangsarbeiter und Deserteure in der Potthofstraße. Ab 15 Uhr treffen sich Mitglieder des Vereins im AllerWeltHaus, um darüber zu beraten, wie die Forderung nach einer Politik, die auf Frieden und Entspannung ausgerichtet ist, in den Wahlkampf eingebracht werden kann.
Am 22. Juni 1941 überfiel Hitlers Wehrmacht die Sowjetunion. Über 27 Millionen Opfer musste die Sowjetunion beklagen. Der Krieg war für beide Völker eine traumatische Erfahrung. Das Verhältnis zwischen Deutschland und der UdSSR war in den vergangenen Jahrzehnten überschattet vom Ost-West-Konflikt, kaltem Krieg und ruinösem Wettrüsten. Die Erfahrungen aus den 80er Jahren haben gezeigt, dass trotz Spannungen und Konflikten der Aufbau von vertrauensbildenden Maßnahmen, Entspannung und Abrüstung möglich sind - auch unter dem Eindruck der gemeinsamen Geschichte. Ein wichtiger Bestandteil waren dabei persönliche Begegnungen, in Hagen zum Beispiel organisiert durch die Städtepartnerschaft zwischen Hagen und Smolensk (Smolensk wurde im Juli 1941 von deutschen Truppen besetzt).
Am 23. Juni, einen Tag nach dem Jahrfestag, berät der Haushaltsausschuss des Bundestages über insgesamt 27 neue Rüstungsmaßnahmen. Ein falsches Signal, findet das HAGENER FRIEDENSZEICHEN. Die Pandemie hat gezeigt, dass die Welt eine globale Familie ist, die aufeinander angewiesen ist. Der Verein wird sich in den kommenden Monaten mit Themen der Friedenslogik beschäftigen, um Schritte aufzuzeigen, wie den gewachsenen Kriegsgefahren begegnet werden kann. Gleichzeitig wird der Verein alle Aktivitäten unterstützen, die der Begegnung dienen, zum Beispiel die Projekte des Vereins East-West-East Germany.



Städtebündnis fordert atomare Abrüstung
Am 8. Juli Flaggentag in Hagen
Über 350 Städte des weltweiten Netzwerkes „Bürgermeister für den Frieden“ werden am Mittwoch, 8. Juli, allein in Deutschland gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Atomwaffen setzen. Auch in Hagen wird um 16 Uhr am Rathaus an der Volme die grüne Fahne mit der Friedenstaube gehisst. Die Aktion wird gemeinsam von der Stadt Hagen und dem Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN durchgeführt. Für die Stadt Hagen wird Bürgermeister Horst Wisotzki eine Ansprache halten. Anschließend findet am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße eine Mahnwache statt.
Rund 13.400 Nuklearwaffen bedrohen aktuell die Menschheit. 20 Atomsprengköpfe lagern nach wie vor in Büchel in der Eifel. Rüstungskontrollverträge sind gekündigt worden. Das Internationale Friedensforschungsinstitut SIPRI warnt vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Das macht deutlich: Atomwaffen müssen abgerüstet und geächtet werden! Ganz im Sinne des Urteils des Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vom 8.7.1996, der eine völkerrechtliche Verpflichtung zu Verhandlungen über nukleare Abrüstung feststellte.
Atomwaffen stellen eine immense Bedrohung für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt dar. Städte wären im Falle eines atomaren Angriffs durch ihre Wirtschaftskraft, Infrastruktur und hohe Einwohner*innenzahlen herausgehobene Ziele. Das Bündnis der Bürgermeister für den Frieden setzt sich für das Recht der Bevölkerung auf ein Leben frei von dieser Bedrohung ein. Gleichzeitig setzt sich das Bündnis ein für den 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag und fordert weltweit die Regierungen auf, diesem Vertrag beizutreten. In diesem Vertrag werden Atomwaffen ausdrücklich geächtet.
Ruth Sauerwein

Am 11. März 2020:
Mahnwache neun Jahre nach Fukushima

Am 11. März 2011 löste ein Tsunami die Atomkatastrophe in Fukushima aus. Diese größte
Katastrophe der zivilen Nutzung der Atomenergie jährt sich in diesem Jahr zum neunten Mal. Aus diesem Anlass ruft der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN am Mittwoch, den 11. März 2020, zu einer Mahnwache am Hagener Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße auf, um der Opfer zu gedenken. Beginn der Aktion ist um 17.30 Uhr.

„Wir erinnern uns an unserer Entsetzen im März 2011 über das Leid der Menschen, die Zerstörung der Natur. Aber wir wissen auch, dass die Katastrophe noch im vollen Gange ist: Im Inneren der zerstörten Reaktoren herrscht nach wie vor lebensbedrohliche Strahlung. Die Atomruinen müssen durch ununterbrochene Wasserzufuhr gekühlt werden. Große Teile des kontaminierten Wassers verseuchen trotz massiver Gegenmaßnahmen weiterhin Grundwasser und Meer, der aufgefangene Teil des radioaktiven Abwassers wird in riesigen Tanks gespeichert. Wegen Platzmangels soll das stark radioaktiv verstrahlte Wasser ab 2022 direkt in den Pazifik abgelassen werden. Der Schilddrüsenkrebs kommt bei Kindern im Großraum Fukushima 23 mal häufiger vor als im Landesdurchschnitt.“ So Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des HAGENER FRIEDENSZEICHENs.

Diese Folgen bekräftigen die Forderung: Alle Atomreaktoren müssen weltweit abgeschaltet
werden! Vor allem dürfen keine Veranstaltungen im Rahmen der Olympischen Spiele 2020 in
Tokio im Raum Fukushima stattfinden!

NEIN zu DEFENDER 2020

In unserer Zeit der Globalisierung ist Zusammenarbeit der einzige Weg, um die Menschheit vor Gefahren zu bewahren. Das gilt für die radioaktive Strahlung ebenso wie – aktuell – für Viren und den Klimawandel. In diesen Tagen läuft mit DEFENDER 2020 das größte NATO-Manöver seit Jahrzehnten an. 35.000 Soldat*innen und Kriegsmaterial werden derzeit auch über Dortmund nach Berlin und von da aus an die russische Grenze transportiert. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEITEN sieht darin das falsche Signal in einer Zeit, die internationale Zusammenarbeit mehr denn je benötigt. Abgesehen davon, dass solche Manöver einen Umweltfrevel der besonderen Art darstellen, vertiefen sie Feindbilder.

Fukushima mahnt: Nur Zusammenarbeit aller Menschen rettet die Menschheit vor einer
ökologischen Katastrophe. Großmanöver wie DEFENDER erschweren die notwendige
internationale Zusammenarbeit!

Ruth Sauerwein