Aktion am 8. Mai
8. Mai in Hagen: Erinnern heißt handeln in Verantwortung
- Tag der Befreiung trifft „Hagen blüht auf“-
Am 8. Mai 1945 endete der 2. Weltkrieg in Europa und mit ihm der Naziterror 1945. Dieser Tag ist ein Tag der Befreiung - und ein Auftrag für die Gegenwart: Erinnern heißt handeln in Verantwortung.
Zeitgleich mit der Stadtmarketingaktion „Hagen blüht auf“ setzt das Hagener Friedenszeichen ein bewusstes Zeichen:
Eine Stadt kann nur dort aufblühen, wo Frieden, Menschenrechte und gesellschaftlicher Zusammenhalt gelebt werden.
Ablauf der Aktion am Freitag, 8. Mai
15:30 Uhr
Niederlegung von Blumen am Mahnmal für Zwangsarbeiter, Deserteure und Hagener Gegner NS Regimes (gegenüber der Synagoge Potthofstraße - errichtet vom Hagener Friedenszeichen, eingeweiht am 8. Mai 2000)
16 bis 18:00 Uhr
Offene Aktion am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße
(das Friedenszeichen wurde 1991 auf Initiative des Hagener Friedenszeichen in das Straßenpflaster eingelassen)
17:00 Uhr
Schweigeminute zum Gedenken an alle Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft
Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen - mit einer Blume, einem Moment des Inhaltens oder im Gespräch.
Frieden bedeutet mehr als die Abwesenheit von Krieg.
Es verlangt den Einsatz für Menschenrechte, für Völkerrecht und für ein solidarisches Miteinander - hier in Hagen und weltweit.
Kontakt:
Friedenszeichen Hagen
kontakt@friedenszeichen-hagen.de
Veranstaltung mit Dr. Rolf Mützenich
5. Februar 2026 Zu Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine hatte Dr. Rolf Mützenich – damals Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion – großes Medienecho erfahren, als er empfahl, den Krieg einzufrieren und Zeit für diplomatische Lösungen zu finden. Er stand damit im Gegensatz zur allgemeinen Rhetorik von Zeitenwende und Kriegstüchtigkeit. Am 5. Februar waren über 60 Interessierte ins AllerWeltHaus gekommen, um zu erfahren, wie Rolf Mützenich heute zu seinen Aussagen steht und wie er die gegenwärtige Lage einschätzt.
Er ließ zu Beginn keinen Zweifel daran, dass er den Überfall Russlands auf die Ukraine als völkerrechtswidrig und inhuman ablehnt. Aber: „Es ist besser zu wissen, wie man Kriege beendet als wie man Kriege führt“, fuhr er fort. Er bedauerte, dass die EU kein eigenes Ausstiegskonzept aus dem Krieg entwickelt habe und nun am Katzentisch der USA säße, wenn es um die Waffenstillstands- und hoffentlich irgendwann Friedensverhandlungen ginge. Eine wichtige Lehre aus dem Krieg sei gewesen, dass die Weltordnung im Wandel ist. „Einen Großteil der Welt interessiert dieser Krieg in Europa nicht.“ Die Bedeutung des Westens sei im Schwinden begriffen. Neue Mächte wie China, Indien, Brasilien, Südafrika und die arabischen Staaten brächten sich ein. Wie die künftige Weltordnung aussehen werde, sei ungewiss. Aber eigentlich sei hier der Begriff „Zeitenwende“ angebracht.
Kritisch steht Mützenich der ungezügelten Hochrüstung gegenüber. Er lobte den Mut des spanischen Ministerpräsidenten Sanchez, der sich dem Druck Trumps zur Erhöhung der Rüstungsausgaben auf fünf Prozent des BIP widersetzt habe. Vor der Welt stünden viele andere Probleme: Klima, Hunger, Gerechtigkeit, die für gelöst werden müssten, wenn wir überleben wollen. Dazu müsse der Kapitalismus, der sich weltweit als Wirtschaftsordnung durchgesetzt habe, demokratisch gezähmt werden. Denn ohne diese Einschränkung trage er einen aggressiven Charakter in sich und stehe der Lösung der globalen Probleme im Wege. In einer Welt der Gegensätze sei der Begriff der „Koexistenz“ wichtiger denn je.
Er bedauerte das Auslaufen des Vertrags über die Begrenzung der Zahl von Atomwaffen zwischen USA und Russland. Gleichzeitig warnte er vor einer fahrlässigen Diskussion über den Besitz von eigenen Atomwaffen. Mützenich kritisierte die Leichtfertigkeit, mit der heute über die Fragen von Krieg und Frieden geredet werde, auch in den Medien. Er wies auf die unabsehbaren Folgen wachsender Rüstungsausgaben für die soziale Gerechtigkeit im eigenen Lande hin und forderte ein Abschöpfen der Rüstungsgewinne als ein Weg, den Sozialstaat und damit den sozialen Frieden im Innern zu sichern.
In diesem Jahr sollen US-Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden. Diese Stationierung erschwere eine Politik der Vertrauensbildung und Entspannung und müsse zumindest an Verhandlungen über eine Rüstungskontrolle gekoppelt werden.
Es war ein Abend, von dem alle viele Denkanstöße mitnahmen.
Ruth Sauerwein
Die Menschen in Gaza nicht vergessen
PM 29.01.2026
Die Menschen in Gaza nicht vergessen!
Trump entführt den venezolanischen Präsidenten, will Grönland haben, bombardiert Syrien und droht anderen Staaten. Er hält die Welt und die Medien in Atem. Hinter diesen Turbulenzen verschwindet das fortwährende Leiden der Menschen in Gaza völlig aus dem Blickfeld. Der Waffenstillstand ist brüchig, Ein Friedensprozess ist nicht in Sicht. Das Sterben in Gaza geht weiter.
In dieser Situation kritisiert der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN die Haltung der Bundesregierung, die sich zwar immer zur Zwei-Staaten-Lösung bekennt, aber nichts tut, um zu einer solchen Lösung zu kommen. Der Verein hat sich vor Weihnachten an die Hagener Bundestagsabgeordnete Tijen Ataoglu gewandt mit der Bitte, sich im Auswärtigen Amt und im Ministerium des Innern dafür einzusetzen, dass deutsche Städte verletzte und kranke Kinder aus Gaza zur Behandlung aufnehmen können. Zahlreiche Städte wie Hannover, Düsseldorf, Leipzig, Kiel, Bonn und mehr haben sich dazu bereit erklärt. Zahlreiche EU-Staaten leisten bereits diese humanitäre Hilfe, unter anderem Italien, Spanien, die Schweiz, Frankreich und Irland. Sie ist umso nötiger, weil die israelische Regierung zahlreichen medizinischen Hilfsorganisationen – darunter Ärzte ohne Grenzen – die Arbeit in Gaza untersagt hat und damit die Lage der Menschen in Gaza noch unerträglicher macht. „Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich hinter `Ärzte ohne Grenzen` stellt und bei der israelischen Regierung gegen ihre Maßnahmen protestiert“, erklärt der Verein.
Der Verein betont die Notwendigkeit, dass sich die EU und Deutschland aktiv für einen Friedensprozess im Nahen Osten einsetzt. Diese Region liegt direkt vor unserer Haustür. Eine Friedensordnung inklusive einer Vereinbarung über atomare Abrüstung liege in unser aller Interesse.
Ruth Sauerwein
Schulstreik gegen Wehrpflicht - Jugendlichen ernst nehmen!
Am Freitag. 5.12., wird der Bundestag über Schritte zur Wiedereinführung der Wehrpflicht beraten. Dagegen wollen Schülerinnen und Schüler bundesweit protestieren. Auch in Hagen sind Aktionen geplant.
Der Verein Hagener Friedenszeichen begrüßt, dass sich Jugendliche zu Wort melden zu einer Entscheidung, die tief in ihr Leben eingreifen wird. Offenbar wollen sie mehr als einen Fragebogen ausfüllen und dann möglicherweise auf einen Losentscheid warten, der darüber entscheidet, ob sie an die Front geschickt werden oder nicht. Und sie wollen darüber mitreden, in welchem Land sie künftig leben wollen: In einem hochgerüsteten Land, in dem jeder Euro in Rüstung gesteckt wird, während an Bildung, Umwelt und sozialer Gerechtigkeit gespart wird: „Es ist tausendmal besser in einem kriegsstoppenden und den Frieden verteidigenden Land zu leben, als als Kanonenfutter zu sterben“, heißt es in dem Aufruf zum Schulstreik.
Eine Debatte im Bundestag darüber, wie Deutschland zu einem „den Frieden verteidigenden Land“ werden kann, wäre wünschenswert. Im Moment erleben wir eine Welle der Militarisierung in unserem Land – Wirtschaft, Gesundheitswesen, Universitäten, das ganze Land soll kriegstüchtig gemacht werden. An jeder Bushaltestelle, in Fitness-Studios und an anderen Orten, an denen Jugendliche erreicht werden, wirbt die Bundeswehr mit dem Versprechen, sie könne für unsere Sicherheit sorgen. Aber was bedeutet Sicherheit in einer sich dramatisch verändernden Welt? Eine einseitige Ausrichtung auf Hochrüstung gefährdet eine Politik, die die wichtigen globalen Zukunftsprobleme anpackt wie Klimakatastrophe, demografischen Wandel, wachsende soziale Ungleichheit hierzulande und weltweit. Hier liegen die großen Risiken der Zukunft, mit der die junge Generation leben muss.
Das Hagener Friedenszeichen hofft, dass mit dem geplanten Schulstreik diese Debatte angestoßen wird.
Ruth Sauerwein
Brief an Mandatsträger: Keine Zusammenarbeit mit AfD
Die AfD ist bei der Kommunalwahl in Hagen zweitstärkste Kraft geworden. Das stellt den Rat der Stadt und alle Gremien vor große Herausforderungen. Der Verein Hagener Friedenszeichen und terre des hommes appellieren in einem Brief an alle Ratsmitglieder und die Mitglieder der Bezirksvertretungen, ihrer demokratischen Verantwortung gerecht zu werden und jede Zusammenarbeit mit der AfD zu meiden. Mit einer Partei, die den Artikel 1 des Grundgesetzes (Die Würde des Menschen ist unantastbar) missachte, demokratische Institutionen und öffentliche Medien untergrabe und mit autoritärem Kräften weltweit zusammenarbeite könne es keine Zusammenarbeit geben.
8. Mai 2025: Tag der Verpflichtung
Das Hagener Friedenszeichen lädt am Mittwoch, den 7. Mai, um 15 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung zum Kriegsende am 8. Mai 1945 ein. Am „Friedenszeichen“ in der Hohenzollernstraße soll bis 17 Uhr der Menschen aus der Sowjetunion, den USA, Großbritannien und Frankreich gedacht werden, die unter unglaublichen Opfern unser Land von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft befreit haben.
Mit allen Teilnehmenden dieser Veranstaltung wollen wir über unsere Verpflichtungen reden, die uns als deutscher Staat, als Partei, aber auch als Einzelne aus diesem Menschheitsverbrechen erwachsen.
Eins ist sicher: Selbst, wenn wir die deutsche Schuld verdrängen wollen, die Welt tut es nicht. Viele der großen Menschheitsprobleme dieser Tage, wie sie in Israel, Palästina, Ukraine auftauchen, ebenso wie die Entwicklung und der Einsatz der Atombombe sind direkte Folgen des deutschen Wahnsinns, der vor 80 Jahre endete.
Deutschland, wir alle, haben erfahren dürfen, wie großartig es ist, wenn Opfer den Tätern die Hand der Versöhnung reichen, wenn alle Menschen gleichbehandelt werden, wenn sich jeder Mensch in unserem Land auf das Recht verlassen kann.
Der 8. Mai1945 ist der Tag der Kapitulation der Wehrmacht, des verbrecherischen deutschen NS-Regimes und der Tag der Befreiung für viele Millionen Menschen.
Für uns aber, als direkte Nachkommen, die wir in Freiheit und Frieden in einer Demokratie leben dürfen, ist er ein Tag der Verpflichtung: NIE WIEDER !!!
Frieden schaffen mit anderen Waffen
Der Bundestag hat ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für die Bundeswehr beschlossen. Darüber hinaus ist die Schuldenbremse für Rüstung ausgesetzt. Deutschland steht vor einer ungeheuren Welle einer neuen Hochrüstung. Wohin soll die Entwicklung gehen? Wird sie unserer Sicherheit dienen? Oder werden in einem neuen kalten Krieg sich Gegner waffenstarrend gegenüberstehen? Angesichts dieser Situation ist eine gesellschaftliche, demokratische Diskussion dringend erforderlich. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN hatte dazu am 11. April zu einer Diskussionsrunde unter dem Motto „Frieden schaffen mit anderen Waffen“ eingeladen.
Hajo Schmidt, Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Frieden und Demokratie an der Fernuniversität in Hagen, erläuterte anhand von Grafiken des Friedensforschers Lutz Unterseher das Konzept der defensiven Verteidigung. Sie soll vor Angriffen schützen, aber gleichzeitig auf den Gegner nicht provozierend wirken. Dieses Konzept erarbeiteten Friedenforscher*innen gemeinsam mit Angehörigen der Bundeswehr in den 80er Jahren, als sich Ost und West atomar hochgerüstet gegenüberstanden und die Gefahr gegenseitiger Vernichtung durchaus real war. Diese kollektive Bedrohung führte auch zum Konzept der gemeinsamen Sicherheit.
Defensive Verteidigung bedeutet, dass bei einer möglichen Aufrüstung Abwehrwaffen zum Schutz der Bevölkerung im Vordergrund stehen müssen ebenso wie die Absicherung der zivilen Infrastruktur (zum Beispiel eine dezentrale Energieversorgung statt Atomkraftwerken). Dazu gehört auch der Schutz vor Cyberangriffen und anderen Bedrohungen durch moderne Systeme wie KI. Ein Schwerpunkt der Rüstung auf Offensivwaffen – seien es Panzer, Raketen, Angriffsdrohnen usw. – sieht Unterseher als gefährlich an. Denn das führt dazu, dass auch der Gegner seine Rüstungsanstrengungen erhöht und die Modernisierung seiner Waffensysteme betreibt. Eine Rüstungsspirale ist dann unausweichlich.
Ein Problem ist, dass oft nicht zwischen Offensiv- und Defensivwaffen unterschieden werden kann, gerade bei den neuen supermodernen Waffensystemen. Darum müssen alle Rüstungspläne verbunden sein mit diplomatischen Bemühungen, um Spannungen zu entschärfen und Missverständnissen vorzubeugen. Ziel einer jeden Politik muss es sein, eine Rüstungsspirale zu vermeiden, die ungeheure Mittel verschlingen wird und die Welt erneut an den Abgrund führen könnte.
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN wird die Diskussion um Alternativen zur Politik der Hochrüstung und Kriegstüchtigkeit fortsetzen.
Ruth Sauerwein
Brief an Baerbock: Im Nahen Osten Versöhnung fördern
statt Waffen liefern
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN hat Außenministerin Annalena Baerbock in einem Brief aufgefordert, sich für ein Verbot von Waffenlieferungen nach Israel einzusetzen. Gleichzeitig kritisiert der Verein, dass Deutschland im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich und Spanien trotz des Einsatzes der Waffen gegen die Zivilbevölkerung in Gaza und im Libanon ihre Waffenexporte fortsetzt.
In dieser Woche gedenken wir in Hagen mit zahlreichen Veranstaltungen der Pogromnacht am 9. November 1938. In diesem Gedenken geht es auch immer um die Existenz des Staates Israel. In dem Brief betont der Verein, dass der Angriff der Hamas ein schreckliches Verbrechen an den Menschen in Israel war. „Aber kann die Traumatisierung einer weiteren Generation von Palästinenserinnen und Palästinensern in Gaza und im Westjordanland den Schmerz und die Verzweiflung lindern? Kann die Ausweitung des Kriegs auf den Libanon und die dortige Zivilbevölkerung zur Sicherheit des Staates Israel beitragen?“ Die Form der Kriegführung der Regierung Netanjahu isoliere Israel in weiten Teilen der Welt.
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN fordert die Bundesaußenministerin auf, sich für einen sofortigen Waffenstillstand im Nahen Osten und für die Versorgung der Menschen in Gaza mit lebensnotwenigen Gütern einzusetzen. Außerdem sei eine aktive Unterstützung des notwendigen Versöhnungsprozesses zwischen Palästinensern und Israelis eine angemessene Aufgabe für die deutsche Außenpolitik. „Wir wenden uns an Sie mit der Aufforderung, hier Zeichen zu setzen und Gruppen und Organisationen zu unterstützen, die sich in Israel und in Gaza und im Westjordanland für eine gemeinsame Zukunft von Israel und Palästina engagieren.“
Ruth Sauerwein
Pressemitteilung Antikriegstag 2024
Pressemitteilung 23.08.2024
Antikriegstag 2024: Stoppt das Töten weltweit
Friedensfähig statt kriegstüchtig! Unter diesem Motto ruft das HAGENER FRIEDENSZEICHEN zu einer Aktion zum Antikriegstag auf. Die Aktion findet am Samstag, 31. August, von 11 Uhr bis 13 Uhr am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße statt.
Täglich Bilder von den schrecklichen Folgen von Kriegen für die Menschen in der Ukraine, im Gazastreifen, im Südsudan in den Medien. Immer neue Waffen in Kriegsgebiete. Die Ausgaben für Rüstung steigen weltweit. In Deutschland sollen wieder Mittelstreckenraketen stationiert werden. Wir sollen kriegstüchtig werden. In mehr und mehr Ländern fällt die Politik in alte Denkmuster zurück und antwortet mit bewaffneten Interventionen und militärischer Unterstützung auf diese Gewaltspirale, ohne sie durchbrechen zu können.
In dieser Zeit ist die Losung „Nie wieder Krieg! Stoppt das Töten weltweit“ des Antikriegstags aktueller denn je. Am 31. August gibt es die Möglichkeit, über die aktuelle Situation zu diskutieren, Wege zum Frieden zu finden. Denn neben der wachsenden Kriegsgefahr mit immer moderneren Waffensystemen verschlingt ein neues Wettrüsten die Mittel, die nötig sind, die Klimakatastrophe zu stoppen und damit das Überleben der Menschheit zu sichern.
Ruth Sauerwein
Vor 79 Jahren wurden die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki von amerikanischen Atombomben vernichtet. Hundertausende Menschen starben sofort, viele später an den Strahlenfolgen. Aus diesem Anlass trafen sich Mitglieder des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN am 6. August zu einer Mahnwache am Friedenszeichen.
Schwerpunkt der Aktion war der Protest dagegen, dass Deutschland den USA erlaubt, ab 2026 Mittelstreckenraketen, Marschflugkörper und Hyperschallraketen, die auch atomar bestückt werden können, in Deutschland aufzustellen. In dem Flugblatt heißt es:
„Wir sagen Nein dazu, mit immer gefährlicheren Waffen Abschreckung zu betreiben
- Mittelstreckenraketen, Marschflugkörper und Hyperschallraketen sind Angriffswaffen
- Die geplante Stationierung gefährdet Deutschland direkt als mögliches Ziel gegnerischer Angriffe, aber auch bei einem technisch bedingten Fehlalarm
- Jede Aufrüstung führt zur weiteren Aufrüstung. Diese Aufrüstungsspirale können wir uns bei den Problemen der Welt nicht leisten
- Sicherheit kann nur mit Verhandlungen und Verträgen erreicht werden“
In zahlreichen Gesprächen mit Passant*innen wurde deutlich: Die meisten lehnen alle Pläne ab, durch die Stationierung neuer Waffen unsere Sicherheit zu gefährden, oder stehen ihnen doch sehr skeptisch gegen. Gleichzeitig informierten die Teilnehmer*innen darüber, dass zahlreiche Organisationen für den 3. Oktober eine Demonstration für Frieden und gegen die Stationierung neuer Waffen in Berlin planen.
Hiroshima: Gedenken und Warnung
Am 6. August: Gedenken an Hiroshima und Warnung vor neuem atomaren Rüstungswettlauf
Am 6. August 1945 explodierte um 8.15 Uhr eine Atombombe über Hiroshima. Ein Feuerball von mehreren Millionen Grad Celsius und eine ungeheure Druckwelle legten die Stadt innerhalb von Sekunden in Schutt und Asche und töteten an die 100.000 Menschen. Der radioaktive Regen brachte den Überlebenden für Jahrzehnte den Strahlentod.
Der Verein Hagener Friedenszeichen erinnert am 6. August mit einem Informationsstand am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße von 16 Uhr bis 18 Uhr an diesen ersten Einsatz dieser Waffe gegen eine Stadt und ihre Bevölkerung und warnt vor den Gefahren atomarer Rüstung.
In diesem Jahr hat die Aktion einen besonderen Hintergrund: Am 10. Juli erklärten die Regierungen der USA und der Bundesrepublik Deutschland, ab 2026 auf deutschem Territorium unter anderem neu entwickelte Hyperschallwaffen und bereits als Erstschlagwaffen eingesetzte Langstrecken-Marschflugkörper vom Typ Tomahawk BGM-109 zu stationieren. Die Waffen können auch nukleare Sprengköpfe tragen. Der Verein teilt die Meinung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich, der auf die Risiken einer solchen Stationierung hinweist (siehe WP/WR vom 20. Juli: „Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass gerade diese Form der atomaren Abschreckung sicherheitspolitisch keinen Sinn macht“ und darüber hinaus dafür plädiert, das Ziel des Abzugs amerikanischer Atomsprengköpfe nicht aus den Augen zu verlieren.
Der Verein hat sich in einem Brief an die Hagener Bundestagsabgeordneten gewandt mit drei Fragen:
1. Befürworten Sie die Stationierung von Tomahawks oder lehnen Sie sie ab?
2. Unterstützen Sie die Position des SPD-Fraktionsvorsitzenden Mützenich oder werden Sie auch (öffentlich) für die Stationierung eintreten?
3. Welche Initiativen zu Abrüstung in Europa werden Sie unterstützen oder halten Sie den Weg zu einer neuen Aufrüstung in Europa für richtig?
Im Rahmen der Aktion können auch die Hagener Bürger*innen ihre Meinung zu den Plänen einer neuen atomaren Aufrüstung in unserem Land sagen.
Ruth Sauerwein
Hagen setzt am 5. Juli Zeichen für atomare Abrüstung
Am Freitag, 5. Juli, hisst die Stadt Hagen um 15.30 Uhr die Flagge der „Bürgermeister für den Frieden“ am Rathaus an der Volme. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN lädt aus diesem Anlass zu einer Aktion vor dem Rathaus ein. Der Flaggentag ist ein weltweites Zeichen von Kommunen für die endgültige Abschaffung von Atomwaffen. Die Fahne wird bis zum 8. Juli in Hagen an diese Forderung erinnern.
Die Gefahr eines Atomkriegs ist seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine gewachsen. „Atomwaffen spielen in den internationalen Beziehungen eine so prominente Rolle wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr“, erklärte dazu der Direktor des Friedensforschungsinstituts Sipri, Wilfried Wan, bei der Vorlage des Berichts in diesem Jahr. „Umso wichtiger ist es, daran zu erinnern, dass die UNO am 7. Juli 2017 den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen verabschiedet hat. Wir fordern nach wie vor von der Bundesregierung, dem Vertrag beizutreten, wie es bereits 93 Staaten getan haben“, erklärt dazu Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des HAGENER FRIEDENSZEICHENs.
Ruth Sauerwein
Bericht von der Veranstaltung am 3. Mai mit Dr. Ute Finckh-Krämer
Kriegstüchtig oder verteidigungsfähig?
Was macht ein Land verteidigungs- und zugleich friedensfähig? Darüber diskutierte Dr. Ute Finckh-Krämer am 3. Mai mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern im AllerWeltHaus. Dr. Ute Finckh-Krämer ist Gründungsmitglied des Bundes für Soziale Verteidigung und aktiv in der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung.
Die Bundesregierung will 100 Milliarden Euro an Sondervermögen und 68 Milliarden Euro aus dem laufenden Haushalt für Rüstung ausgeben. Deutschland soll gegen mögliche Angriffe verteidigt werden. Wie geht das am besten? Mit Milliarden mehr fürs Militär oder durch eine kluge Sicherung unserer Freiheit? Im Sinne der Sozialen Verteidigung muss der Schutz der Zivilbevölkerung, der lebensnotwendigen Infrastruktur und die Abwehr von Cyberangriffen im Vordergrund stehen. Das bedeutet: Statt neuer Kampfjets, die Atomwaffen tragen und offensiv eingesetzt werden können, eine effiziente Raketenabwehr zum Schutz des Landes.
Was macht eine Gesellschaft stark und widerstandsfähig? Ein Land, das einen starken sozialen Zusammenhalt hat, in dem soziale Gerechtigkeit herrscht, ist stabil gegenüber rechtsradikaler Stimmungsmache und autokratischer Propaganda. Ein Land, in dem sich viele ausgegrenzt fühlen und in dem wichtige soziale Ansprüche wie Wohnen, Bildung, Gesundheit ungleich verteilt sind, ist in sich gespalten und wenig resilient. Darum ist der Ausbau des Sozialstaates ein wichtiger Grundpfeiler der sozialen Verteidigung. 100 Milliarden Euro Sondervermögen wären hier gut angelegt.
Die Zahlen des internationalen Forschungsinstituts SIPRI belegen, dass wir uns auf eine neue Phase des Wettrüstens zubewegen mit immer moderneren und zerstörerischen Waffensystemen. Soziale Verteidigung bedeutet hingegen, nicht durch Hochrüstung Gegenreaktionen auszulösen und in eine Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu geraten. Kurz gesagt: Verteidigungsfähig ja, kriegstüchtig Nein.
Dr. Ute Finck-Krämer hob die Bedeutung der „Diplomatie von unten“ hervor. Wichtig sei es unter anderem, trotz des Überfalls Russlands auf die Ukraine die Partnerschaften mit russischen Städten oder die Kontakte zwischen Universitäten und anderen Institutionen nicht abreißen zu lassen. Nach dem Ende des Krieges müssten neue Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben geschaffen werden.
Veranstaltung am 16. Mai
Am Donnerstag, 16. Mai, findet im AllerWeltHaus eine weitere Veranstaltung statt, diesmal zum Thema „Krieg gegen Mensch und Natur – Selbstvernichtung oder Gemeinsame Sicherheit?“. Referent ist Michael Müller, Bundesvorsitzender der Naturfreunde Deutschland. Veranstalter ist ein Bündnis aus Arbeit und Leben, Naturfreunde, Hagener Friedenszeichen, SPD Ortsverein Mittelstadt/Oberhagen, terre des hommes, attac Hagen und der Stadtkirchengemeinde Hagen. Ort: AllerWeltHaus, Beginn: 19 Uhr.
Um Anmeldung wird gebeten unter [email protected].
Hiroshima/Nagasaki 2023
Redebeitrag: Christian Kingreen 5.8.23
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Thieser,
liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde!
Rüdiger hat gerade versucht die entsetzliche Tragödie am 6. und 9. August 1945 in Japan in Worte und ein Lied zu fassen.
Gerade läuft der sehr sehenswerte Film von Nolan „Oppenheimer“. In dem Film kommt auch der berühmte dänischer Atomphysiker Nils Bohr zur Sprache. Er lehnte die Beteiligung am „Manhattan Programm“ ab und wird zitiert mit den Worten: „Atombomben sind keine neuen Waffen, sondern sie schaffen eine neue Welt“.
Wie recht er behalten sollte !!
Wir können heute im Abstand von fast 80 Jahren gut die Ängste verstehen, die Amerika damals dazu bewegten, das größte und teuerste Waffenprojekt aller Zeiten in der Wüste von Neumexiko zu starten.
Nicht verstehen können wir allerdings die Skrupellosigkeit von Oppenheimer und allen Verantwortlichen, auch das Risiko einer Vernichtung allen Lebens auf der Erde durch fortlaufwende Wellen nach einer Atomexplosion in Kauf zu nehmen. Wir wären heute nicht hier, wenn sich dieses Risiko bewahrheitet hätte.
Der Name des Testprogramms „Trinity“ (Dreieinigkeit) und das aus der hinduistischen Bhagavad Gita stammende Zitat, das Oppenheimer während einer intimen Begegnung zitiert: „Nun bin ich der Tod , der Zerstörer aller Welten“ zeigen deutlich die Ahnungen und Alpträume, die den sensiblen „Vater der Atombombe“ plagten.
Ist das Vergangenheit? Hat sich irgendetwas an der Bedrohung durch die Nutzung der Atomspaltung geändert?
Müssen wir uns heute um die Atomwaffen nicht mehr kümmern, da kein Staat diese Waffen einsetzen wird aus Sorge selbst Opfer zu werden?
Sind wir zudem völlig machtlos gegenüber den Großmächten, den Atommächten und dem dahinterstehenden militärisch wirtschaftlichen Komplex?
Das Erinnern an Hiroshima und Nagasaki mit dem unendlichen Leid von Menschen über Jahrzehnte, der Verseuchung und Vernichtung unserer Lebensgrundlagen verpflichtet uns, immer wieder die Ächtung der Atomwaffen zu fordern, wie dies inzwischen 122 Staaten der UN getan haben.
Deutschland gehört bisher nicht dazu. Dabei ist die Gefahr eines auch atomar geführten Konfliktes heute höher denn je.
Verdrängen ist keine Option!
Unsere erste Aufgabe ist es, unsere Regierung zum Beitritt zu diesem Vertrag zu bewegen.
140 deutsche Städte, viele Landkreise und 4 Landesparlamente haben dazu die Bundesregierung aufgefordert.
Hagen muss dazugehören!
Hagen muss dem ICAN Städteappell beitreten!
Völkerrechtliche Verträge sind die einzige Möglichkeit, die Möglichkeiten, die Welt zu zerstören, Einhalt zu gebieten.
Der Einsatz dafür lohnt sich!!!
Pressemitteilung:
Mitgliederversammlung des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN
Eine Mitgliederversammlung in Zeiten des Kriegs Russlands gegen die Ukraine, steigender Rüstungslasten und wenig Aussichten auf baldige Friedensverhandlungen: Die Mitglieder des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN wollen gerade jetzt an ihren Forderungen nach atomarer Abrüstung und einer Politik der gemeinsamen Sicherheit festhalten. Nach intensiver Diskussion wurde der bisherige Vorstand im Amt bestätigt.
In seinem Rechenschaftsbericht ging Dr. Christian Kingreen ausführlich auf die tiefgreifenden Veränderungen ein, die sich hinter dem Begriff „Zeitenwende“ versammeln: 100 Milliarden für die Bundeswehr, höhere Rüstungsausgaben, sich ständig steigernde Waffenlieferungen an die Ukraine. Eine Situation, die in der Friedensbewegung zu kontroversen Debatten führt, auch zwischen den Generationen. „Das Zauberwort `Zeitenwende` - griffig für eine Generation, die glaubte, sich nicht mit Kriegen beschäftigen zu müssen. Für die Älteren eher eine Zeit des Rückfalls. Nach den unsäglichen Kriegsverbrechen des 20. Jahrhunderts, die im Wesentlichen durch unsere Vorfahren verübt worden sind, ist `Nie wieder Krieg` kein Werbespruch, sondern tiefste Überzeugung.“
Das FRIEDENSZEICHEN engagierte sich mit Kundgebungen am 2. März 2022 und am 24. Februar 2023 gegen den Krieg und für Frieden, Mitglieder trafen sich seit November 2022 bis heute immer wieder zu Mahnwachen am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße. Am 6. August warnte der Verein vor den Gefahren eines Atomkriegs, aber auch vor Beschädigungen ukrainischer Atomkraftwerke und forderte die Stadt auf, dem ICAN Städteappell beizutreten, der die Bundesregierung auffordert, dem Atomwaffenverbotsvertrag der UNO beizutreten. Paul Gaffron von East-West-East Germany berichtete über die engagierte internationale Jugendarbeit des Vereins. In den Sommerferien soll ein Seminar zum Thema Peace buildung stattfinden.
Der Verein plant Aktionen zum Flaggentag am 7. Juli, dem Hiroshimatag am 6. August und dem Antikriegstag. Nach den Sommerferien sind Veranstaltungen geplant zu den Themen Soziale Verteidigung und zu den Zusammenhängen von Krieg und Klima.
Der Vorstand: Dr. Christian Kingreen, 1. Vorsitzender, Ruth Sauerwein, 2. Vorsitzende, Edgar Marsh, Schatzmeister, René Röspel, Schriftführer.
Pressemitteilung
Kundgebung ein Jahr Krieg gegen die Ukraine
Auf Initiative des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN fand am 24. Februar im Volkspark eine Kundgebung zum Jahrestag des Überfalls Russlands auf die Ukraine statt. Trotz des nasskalten Wetters folgten etwa 150 Menschen dem Aufruf „Stoppt das Töten“. Unter den Teilnehmenden waren auch viele Flüchtlinge aus der Ukraine.
„Wir gedenken heute aller Opfer dieses Krieges, aller Opfer. Wir gedenken der Bombenopfer, der ukrainischen Soldaten, aber auch der russischen Soldaten, die in einem sinnlosen Krieg verheizt werden“, erklärte Ruth Sauerwein vom Friedenszeichen bei der Eröffnung. Vereinsvorsitzender Christian Kingreen mahnte Verhandlungen an: „Wir brauchen Menschen, Institutionen, Länder, die die Konfliktparteien an einen Tisch bringen, ohne fertige Pläne. Es gibt genug Probleme, mit denen die Konfliktparteien ihre gemeinsame Arbeit beginnen könnten (Gefangenenaustausch, Sicherheit der Atomkraftwerke, Sicherheit der Schulen, der Krankenhäuser und Schulen), um wenigstes zu einem Waffenstillstand zu kommen.“
Eindrucksvoll war der Brief eines jungen Mädchens aus der Ukraine über die ersten Tage des Krieges, ebenso wie die Schilderung eines russischen Soldaten über seine brutalen Erfahrungen im Kampf. Mo, eine junger Flüchtlinge aus Syrien, setzte sich im Tanz mit seinen Kriegserfahrungen auseinander. Lieder, unter anderem von der Gruppe „Lichter der Großstadt“, und Gedichte rundeten die Veranstaltung ab.
Ruth Sauerwein
Ein Jahr Krieg in der Ukraine - wir gedenken ader Opfer
Pressemitteilung 17.02.2023
Seit einem Jahr erleben wir einen immer brutaleren Krieg im Herzen Europas. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat seit dem 24. Februar 2022 zu hunderttausenden Toten und Verletzten sowie Millionen Geflüchteten geführt. Viele von ihnen haben auch in Hagen Aufnahme gefunden.
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN will am 24. Februar ein Zeichen setzen und lädt zu einer Mahnaktion auf dem Ebertplatz ein. Ab 16 Uhr soll in Worten, Bildern und Liedern der Opfer dieses Krieges gedacht werden. Es soll ein Raum werden, in dem Menschen über ihre Ängste, Zweifel und Hoffnungen sprechen können. Denn dieser Krieg hat uns alle in unseren Grundfesten erschüttert. Gewissheiten sind verloren gegangen.
Vor einem Jahr demonstrierten 1.000 Hagenerinnen und Hagener gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine. Ein Jahr nach Kriegsbeginn wollen wir bekunden: Krieg darf keine Zukunft haben. Hagen hilft den Opfern – gestern, heute und in Zukunft
An dem Wochenende vom 24. – 26. Februar wird es in vielen Städten Aktionen geben. In einem bundesweiten Aufruf aus der Friedensbewegung heißt es: „Abertausende von weiteren Menschen drohen diesem Krieg zum Opfer zu fallen. Dieser Krieg, wie alle anderen, konterkariert außerdem den Kampf gegen die Klimakrise. Es ist die Verantwortung und Pflicht der Staaten und Völker, der Gewalt Einhalt zu gebieten.
Wir sind solidarisch mit den Menschen in der Ukraine. Wir erkennen ihr Recht auf Selbstverteidigung auch an der Seite derer, die die Logik des Krieges durchbrechen wollen, zum Beispiel durch zivilen Widerstand, gewaltfreie Aktionen, Desertion oder Kriegsdienstverweigerung. Alle Menschen, die sich dem Krieg entziehen möchten, müssen Schutz durch humanitäre Visa und Asyl finden.“
Ruth Sauerwein
Pressemitteilung 21.12.2022
Unterstüzung für Friedensappell des Internationalen Friedensbüros
„Wir wenden uns an die Führer der Kriegsparteien: Lasst die Waffen schweigen. Geben Sie den Menschen einen Moment des Friedens und öffnen Sie durch diesen Moment den Weg für Friedensverhandlungen.“ Mit diesem Appell wendet sich das Internationale Friedensbüro* an Regierungen und Militärs, aber auch die Menschen in Russland und der Ukraine. In Erinnerung an den Weihnachtsfrieden von 1914 schlägt die Friedensorganisation einen Waffenstillstand vor in der Zeit vom 25. Dezember 2022 bis zum 7. Januar 2023.
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN unterstützt diesen Appell. Denn jeder Tag ohne Waffengewalt rettet Menschenleben. Und jeder Moment des Innehaltens kann vielleicht Möglichkeiten für Verhandlungen eröffnen. Wir schließen uns der Meinung des ukrainischen Pazifisten Yurii Sheliazhenko an, der zum Appell schrieb: „Krieg ist nichts Zwangsläufiges. Er ist das Ergebnis schlechter wirtschaftlicher und politischer Entscheidungen, die auf Aberglauben und Ignoranz beruhen.“ Die Menschheit habe Sklaverei und Kannibalismus überwunden, warum nicht irgendwann auch den Krieg.
Im Februar 2023 jährt sich der Überfall Russlands auf die Ukraine. Der Krieg hat Tod und Zerstörung über die Ukraine gebracht, Menschen hausen in Ruine ohne Wasser und Heizung. 100.000 russische Soldaten sind gefallen. Olaf Scholz verkündete eine Zeitenwende – weg von einer Politik der Entspannung und der Verhandlungen, hin zu Hochrüstung und Konfrontation. Ein Waffenstillstand zu Weihnachten kann ein erster Schritt sein, diesen gefährlichen Irrweg zu verlassen.
„Unsere Vision und unser Ziel ist eine neue Friedensarchitektur für Europa, die Sicherheit für alle europäischen Länder auf der Grundlage gemeinsamer Sicherheit beinhaltet. Frieden, Versöhnung, ein gemeinsames Mitmenschlichkeitsgefühl können über Hass, Gewalt und Schuld siegen, die derzeit den Krieg beherrschen. Erinnern wir uns daran, dass wir alle Menschen sind und Krieg und Zerstörung gegeneinander sinnlos sind.“
In diesem Sinne will der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN 2023 seine Arbeit fortsetzen, zum Beispiel mit einer Mahnwache für Frieden in der Ukraine am 13. Januar.
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN unterstützt ebenfalls den Aufruf der Internationale der Kriegsdienstgegner (War Resisters International), Deserteur*innen aus Russland, der Ukraine und Belarus schnellst möglich Asyl zu gewähren.
*Das Internationale Friedensbüro (IPW) ist das älteste internationale Friedennetzwerk. Es wurde 1891 gegründet. Zu den Gründerinnen gehörte Bertha von Suttner.
Pressemitteilung 31.08.2022
Forderung am Antikriegstag: atomar abrüsten !
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN will den Rat der Stadt Hagen auffordern, dem ICAN-Städteappell beizutreten. In dem Appell fordern Städte und Gemeinden die Bundesregierung auf, dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten. Den Aufruf unterstützen bereits 137 Städte, fünf Landkreise und Regionen sowie vier Landesregierungen.
Gerade um den 1. September herum – seit 1957 Antikriegstag – lohnt sich ein Rückblick auf Kriege und ihre Folgen. Am 1. September vor 83 Jahren begannen Hitler und seine Generäle den Zweiten Weltkrieg – einen Krieg, der über 55 Millionen Menschen das Leben kostete, die meisten der Opfer waren Zivilisten. Am Ende stand die atomare Katastrophe von Hiroshima und Nagasaki.
Der Antikriegstag steht in diesem Jahr unter dem Eindruck des Krieges Russlands gegen die Ukraine und im Zeichen eines neuen atomaren Wettrüstens. Angesichts des Krieges scheint die traditionelle Forderung „Nie wieder Krieg“ wie aus der Zeit gefallen. Aber: Jeder Krieg ist ein Angriff auf die Menschheit und die Menschlichkeit. Darum muss alles getan werden, diesen Krieg durch Verhand-lungen zu beenden.
Gerade der Ukraine-Krieg zeigt, wie wichtig es ist, am Ziel einer weltweit kontrollierten Abrüstung festzuhalten. Das gilt besonders für eine weltweite Ächtung der Atomwaffen. Atomwaffen richten sich vor allem gegen Städte und deren Bewohner*innen sowie die Infrastruktur von Staaten. Die Bedrohung richtet gegen die Zivilbevölkerung. Darum müssen gerade Städte dafür sorgen, dass die atomare Bedrohung endet. Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes und die Weltgesund-heitsorganisation weisen darauf hin, dass nirgends auf der Welt die medizinische Infrastruktur den Folgen eines Atomwaffenangriffs gewachsen wäre.
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN wird den Rat der Stadt Hagen auffordern, dem ICAN-Städteappell beizutreten.
ICANSave – der Städteappell
Unsere Stadt ist zutiefst besorgt über die immense Bedrohung, die Atomwaffen für die Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt darstellen. Wir sind fest überzeugt, dass unsere Einwohner und Einwohnerinnen das Recht auf ein Leben frei von dieser Bedrohung haben. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weit-reichende und lang anhaltende Folgen für Mensch und Natur nach sich ziehen. Daher begrüßen wir den von den Vereinten Nationen verabschiedeten Vertrag zum Verbot von Atomwaffen 2017 und fordern die Bunderegierung zu deren Beitritt auf.
Friedenspreis für Gertrud Nehls
Friedensfest und Verleihung des Friedenspreises am 20. August
In einer Zeit von Krieg, wachsenden Spannungen und explodierenden Rüstungsausgaben verleiht der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN den Fritz-und-Ingeborg-Küster Friedenspreis an Gertrud Nehls. Der Preis ist von den südwestfälischen Friedensgruppen ausgelobt und wird seit 2011 verliehen (bisherige Preisträger*innen siehe Liste). Die Feier findet am Samstag, 20. August, um 15 Uhr in der Johanniskirche statt.
Gertrud Nehls wurde 1939 in Saarbrücken geboren. Anfang der 50er Jahre kam die gelernte Krankenschwester mit ihrer Familie nach Hagen. Hier engagierte sie sich bei Amnesty International, war beteiligt an der Gründung des AllerWeltHauses und des Café Mundial, war aktiv in der Friedensbewegung. Besonderes Anliegen war ihr die Hilfe für Asylsuchende. Sie gründete den Arbeitskreis Asyl und den Verein zur Förderung der Flüchtlingsarbeit, dessen Vorsitzende sie lange Zeit war. Gertrud Nehls protestierte auch auf sehr persönliche Weise gegen Krieg und Aufrüstung: Sie weigerte sich, den Teil ihrer Steuern zu zahlen, der den Anteil der Rüstungsausgaben am Bundeshaushalt ausmachte. Sie schreckte auch vor einem Gerichtsverfahren nicht zurück.
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN ehrt mit der Preisverleihung und der Feier im Kreis von vielen Weggefährt*innen dieses jahrzehntelange Engagement. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtiger denn je, über Wege zum Frieden zu sprechen und über Menschen zu sprechen, die diesen Weg ihr Leben lang gegangen sind.
Ruth Sauerwein
Liste der Preisträger*innen
Inge Radau, Iserlohn 2011
Netty Müller-Grosse, Hagen 2013
Heinz Mührmann, Altena 2015
Günther Sauerbier, Hagen 2017
Matthias Wagner, Lüdenscheid 2019
Gertrud Nehls, Hagen 2022
Stadt Hagen beteiligt sich am Flaggentag der "Bürgermeister für den Frieden"
Pressemitteilung 05.07.2022
HAGENER FRIEDENSZEICHEN ruft um 14 Uhr zu Aktion gegen Atomwaffen auf
Am 8. Juli wird die Stadt Hagen als Mitglied des Städtebündnisses „Bürgermeister für den Frieden“ am Rathaus die Flagge dieser Bewegung hissen. Mit dieser Aktion des weltweiten Bündnisses „Mayors for Peace“ appellieren die Bürgermeister an die Staaten der Welt, Atomwaffen endgültig abzuschaffen. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN ruft an diesem Tag zu einer kleinen Kundgebung um 14 Uhr vor dem Rathaus auf. Als Vertreter der Stadt wird Bürgermeister Dietmar Thieser teilnehmen.
Der Flaggentag findet in diesem Jahr unter dem Eindruck der russischen Aggression gegen die Ukraine statt. Russland drohte im Verlauf des Krieges mit dem Einsatz von Atomwaffen. Die NATO hat die Modernisierung des Atomwaffenarsenals verkündet. Steuert die Welt auf ein neues atomares Wettrüsten zu? Gerade Städte und ihre Bewohner*innen werden durch diese Waffen bedroht und völliger Zerstörung ausgeliefert. Ein Grund, warum dieser Tag, der auf Initiative des Bürgermeisters von Hiroshima ins Leben gerufen wurde, in diesem Jahr von besonderer Bedeutung ist.
Am Samstag werden Mitglieder des HAGENER FRIEDENSZEICHENs an Aktionen gegen die Atomwaffen in Büchel teilnehmen. Diese Waffen sollen im kommenden Jahr mit Milliardenaufwand modernisiert und damit einsatzfähiger gemacht werden. Ein solches Atomwaffenlager vor unserer Haustür kann im Fall wachsender Spannungen zum Angriffsziel werden. Die Friedensbewegung setzt sich seit Jahren für den Abzug dieser Waffen ein.
Appell an die Hagener Mitglieder des Bundestages
Im Namen des HAGENER FRIEDENSZEICHEN e.V. hat sich der Vorsitzende Dr. Christian Kingreen an die Hagener Bundestagsabgeordneten mit der Bitte gewandt, sich beim Innenministerium für eine großzügige Visaerteilung für russische und belorussische Deserteur*innen einzusetzen.
Der Bundestag hatte in einem Beschluss vom 28. April an die russischen Soldat*innen appelliert, die Waffen niederzulegen. Der Weg ins deutsche und europäische Asylverfahren stünde Deserteur*innen offen. Vertreter der russischen und belarussischen Deserteure, Pro Asyl e.V und das internationale Netzwerk der Deserteure „Connection“ (siehe Frankfurter Rundschau 25./26.6.22) weisen darauf hin, dass inzwischen ca. 300 000 russische Deserteur*innen nach Georgien oder in die Türkei geflohen sind. Auch haben ca. 20 000 Deserteur*innen Belarus verlassen. Sie brauchen dringend ein Visum nach Deutschland und nach Europa, da sie weder in Georgien noch in der Türkei irgendwelche Unterstützungen bekommen.
Ruth Sauerwein
"Sagen Sie NEIN zum Bundeswehr-Sondervermögen"
Brief an NRW-Ministerpräsident Wüst und die Landtagsfraktionen
Pressemitteilung 01.06.2022
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN hat sich an NRW-Ministerpräsident Wüst und die Landtagsfraktionen gewandt mit der Forderung, im Bundesrat der Grundgesetzänderung zum Sondervermögen Bundeswehr nicht zuzustimmen. Nach Medienberichten soll schon in der kommenden Woche der Bundestag über diese Frage abstimmen. Anschließend liegt der Gesetzantrag dem Bundesrat vor. „Zum Wohl der Menschen in NRW bitten wir Sie: Sagen Sie NEIN zu diesem Aufrüstungspaket, mit dem auch die Zustimmung zur Beschaffung neuer Kampfbomber für die in Büchel auf deutschem Boden gelagerten Atomwaffen erteilt werden soll“, heißt es in dem Schreiben.
Das HAGENER FRIEDENSZEICHEN setzt sich seit vielen Jahren für eine konsequente Friedenspolitik und atomare Abrüstung ein. Dazu gehören Aktionen zum Flaggentag am 8. Juli der „Bürgermeister für den Frieden“ und am 6. August zum Hiroshima-Tag ebenso wie Fahrten nach Büchel, um an Aktivitäten für den Abzug der dort gelagerten Atomwaffen teilzunehmen. Die gewaltige Zerstörungskraft dieser Waffen und das Wissen um die jahrzehntelange atomare Verstrahlung ganzer Landstriche hat in den 80er Jahren Millionen von Menschen dazu bewegt, für atomare Abrüstung auf die Straße zu gehen. Im Juni tagt die Folgekonferenz der UNO zum Atomwaffenverbotsabkommen in Wien, an dem die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag als Beobachter teilnehmen will. Der Prozess der weltweiten Ächtung von Atomwaffen darf nicht gefährdet werden. Mit der Verfassungsänderung wird nach Ansicht des FRIEDENSZEICHENs eine Militarisierung festgeschrieben, die durch nachfolgende Generationen kaum noch korrigiert werden kann und den Handlungsspielraum zukünftiger Regierungen erheblich einengt.
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN kritisiert, dass eine derart weitreichende Grundgesetzänderung ohne Zeit für eine demokratische gesellschaftliche Diskussion unverhältnismäßig ist. „100 Milliarden für Aufrüstung zieht Ressourcen aus wichtigen Zukunftsprojekten ab – es bindet Finanzmittel, die besser für nachhaltige kooperative Sicherheit zu verwenden wären“, heißt es in dem Brief. Er endet mit dem Appell: „Sorgen Sie mit einem NEIN im Bundesrat dafür, dass sich die Bundesregierung für einen Friedensprozess einsetzt, der Rüstungskontrolle und Abrüstung als wesentliche Bestandteile beinhaltet und zur Abschaffung aller Atomwaffen beiträgt.“
Ruth Sauerwein
8. Mai 2022
Der 8. Mai 2022 war kein Tag zum Feiern - denn 77 Jahre nach der Niederlage des Faschismus in Deutschland herrscht Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Mit einem Plakat und Blumen gedachten wir der Toten des Zweiten Weltkriegs (überwiedend Zivilisten) und mahnten zum Frieden.
Treffen - mal wieder in Präsenz
Am 25. März trafen sich Mitglieder des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN nach langer Zeit einmal wieder in Präsenz im Café Stich. Im Vordergrund standen die persönlichen Einschätzungen, aber auch Stimmungslagen nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine. Was wird aus einer Politik, die auf dem Prinzip gemeinsamer Sicherheit basiert? Wie stehen wir zu Waffenlieferungen? Die Diskussion wird sich noch lange fortbestehen.
Protokoll s. unten
Protokoll Hagener Friedenszeichen vom 25. März 2022
Teilnehmer: Netty, Barbara, Ruth, Rainer, Rainer, Edgar, René, Rüdiger, Christian
1.Diskussion zum Ukrainekrieg:
Eine Einschätzung von mir lege ich in einem gesonderten Anhang bei.
2. Treffen im Rombergpark 15.4.22, Karfreitag
Wir werden mit einem Bus dorthin fahren können. Einzelheiten werden später bekanntgegeben.
3. Ostermarsch
Der Ostermarsch findet statt
Einzelheiten werden später bekanntgegeben
4. Nächstes Treffen:
Freitag, 8. April.
Es wird noch entschieden werden, ob wir uns digital oder normal treffen.
Christian
Lieder der Solidarität
Am 25. März sang unser Mitglied Rüdiger Drallmeyer am Friedenszeichen selbst getextete Lieder der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. Ein kleiner, aber wirkungsvoller Beitrag, um unsere Wunsch nach Frieden auszudrücken.
Am 2. März in Hagen
Solidarität und Ruf nach Frieden
Die Ankündigung des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN und von East-West-East Germany einer Mahnwache gegen den Krieg in der Ukraine fand am 2. März ein großes Echo. Es gab ein großes Bedürfnis, Solidarität zu zeigen, aber auch die eigenen Ängste und Erschütterungen zu zeigen. Jugendliche waren die Rednerinnen und Redner der Kundgebung, denn es geht um ihre Zukunft. Es sprachen auch ein junger Mann mit familiären Wurzeln in der Ukraine und eine Praktikantin aus Russland, die gegenwärtig für East-West-East Germany arbeitet. Ein Appell: Nicht das russische Volk ist der Gegner, sondern Putin. Das Ziel einer friedlichen Welt bleibt unser Ziel. Krieg darf nicht das letzte Wort behalten.
Krieg darf nicht das letzte Wort behalten
Die Mitglieder des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN sind entsetzt über den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine. "Wir sind solidarisch mit den Menschen in der Ukraine, die die Schrecken eines Krieges erleben, und mit den Menschen in Russland, die mutig gegen diesen Krieg demonstrieren. Wir trauern um die Menschen, die jetzt durch Waffengewalt ihr Leben verlieren. Wir begrüßen, dass die Stadt Hagen am Rathaus die Flagge der Bürgermeister für den Frieden gehisst hat. Krieg darf bicht das letzte Wort behalten." So Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN.
Der Verein appeliert vor allen Dingen an die junge Generation, an alle in Deutschland lebenden Menschen, egal welcher Nationalität, sich nicht beirren zu lassen und gemeinsam für unsere Werte einzuterten: Frieden, Demokratie, gutes Leben für alle. Darum ruft der Verin dazu auf, am Mittwoch, dem 2. März, nachmittags um 17.30 Uhr am Friedenszeiochen in der Hohenzollernstraße Zettel mit Friedenswünschen - jeweils in ihrer Muttersprachew - niederzulegen. Es besteht dabei auch die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und sich über Sorgen und Ängste auszusprfechen.
Hagen, 25.02.2022
Pressemitteilung
Ein Jahr Atomwaffenverbotsvertrag der UNO
Am 22. Januar jährt es sich, dass der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (AVV) in Kraft getreten ist. Seit einem Jahr sind Atomwaffen geächtet und somit verboten. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN begrüßt in diesem Zusammenhang, dass die Bundesregierung zumindest Beobachter zur Folgekonferenz im März nach Wien schicken wird. "Gemeinsam mit der Friedensbewegung wollen wir öffentliche Aufmerksamkeit für die internationale Atomwaffenpolitik schaffen und bei den poilitisch Verantwortlichen ein Umsteuern bewirken", sagt Dr. Christian Knkgreen, Vorsitzender des Vereins.
Zum Jahrestag des UN-Vertrages werden in vielen Städten Aktionen stattfinden. Die Forderung lautet, dass Deutschland dem Verbotsvertrag beitritt und den Abzug der 20 Atomsprengköpfe aus Büchel veranlasst. Vier Bundesländer und alle Landeshauptstädte haben sich inzwischen der Empfehlung angeschlossen. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN würde es begrüßen, wenn auch die Stadt Hagen einen entsprechenden Beschluss fasst. Immerhin hat sich Hagen bereits 1984 zur atomwaffenfreien Zone erklärt und ist Mitglied der weltweiten Bewegung "Bürgermeister für den Frieden".
Viele Aktionen am 22. Januar stehen unter dem Motto "Licht im Dunkeln". In Hagen leuchtet seit einigen Jahren das Friedenszeichen in der Hohenzollsernstraße im Dunkeln. Am 22. Januar wird es besonders hell strahlen.
Ruth Sauerwein
Pressemitteilung zum Jahreswechsel 2021/22
Wunsch an die Regierung: Mehr Frieden wagen!
Weihnachten und Neujahr - das ist die Zeit des Wünschens und des Hoffens. Für die Mitglieder des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN bedeutet das die Erwartung an die neue Bundesregierung, mehr Frieden zu wagen, gerade in dieser Zeit zunehmender Spannungen.
Der Koalitionsvertrag bietet Anlass zur Hoffnung. Darin steht, dass Deutschland als Beobachter an der Vertragsstaatenkonferenz des UN-Atomwaffenverbotsvertrags teilnehmern wird. Der Verein hat sich in vielen Aktionen dafür eingesetzt, dass Deutschland diesem Abkommen beitritt. Der Koalitionsvertzrag ist ein Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem bleiben Wünsche offen. Die Koalition hält an der Poltik der nuklearen Teilhabe fest. Damit wird der Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland unmöglich. Mit der geplanten Anschaffung atomwaffenfähiger Kampfjets als Ersatz für die Bundeswehr-Tornados wird die nukleare Teilhabe zementiert.
Positiv bewertet der Verein, dass dasThema "Zivile Konfliktprävention" im Koalitionsvertrag auftaucht - Krisenprävention und ziviles Krisenmanagement sollen grundsätzlich gestärkt werden - allerdings fehlen konkrete Ausbauziele.
Kritisch sieht der Verein, dass die Regierung ihren Verpflichtungen innerhalb der NATO nachkommen will, langfristig insgesamt drei Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts in internationales Handeln zu investieren. Der Verein sieht darin ein Bekenntnis der Koalition zum Zwei-Prozent-Ziel der NATO und damit zu einem weiteren massiven Anstieg der Rüstungsausgaben.
Für eine friedliche Welt bleiben viele Wünsche offen. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN wird sich 2022 weiterhein für atomare Abrüstung und eine Poiltik der zivilen Konfliktlösung einsetzen. Dabei wird er den Kontakt suchen zu den drei Hagener Bundestagsabgeordneten - alle Mitglieder von Parteien der Regierungskoalition.
Dabei unterstützt der Verein den Appell von über 50 Nobelpreisträger*innen, die eine Senkung der weltweiten Rüstungsausgaben um zwei Prozent fordern. Die Hälfte der so eingesparten Mittel soll einem globalen Fonds zur Bekämpfung von Klimawandel, Pandemien und extremer Armut zugewiesen werden.
Ruth Sauerwein
Lernen Sie uns kennen
M
Herrn
Bundespräsidenten
Frank Walter Steinmeier
Spreeweg 1
10557 Berlin
Hagen, 28.6.2021
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
Die Mitglieder des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN danken Ihnen sehr für Ihre Rede zum 80. Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion.
Ihr eindrucksvoller Appell für eine Politik, die auf Verständigung auch unter schwierigen Bedingungen beruht, ist gerade in einer Zeit wichtig, in der Spannungen und Polarisierung zunehmen.
Wir würden es begrüßen, wenn diese Rede weit verbreitet wird – an Schulen, Bildungsstätten, Orte des Lernens und der Diskussion. Die geschichtlichen Hintergründe und der Blick auf die schwierige Gegenwart bieten eine gute Basis für produktive Auseinandersetzungen und Lernprozesse.
Ein solches Wissen ist wichtig für die künftigen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern.
Russland und Deutschland liegen auf einem Kontinent. Sie haben eine gemeinsame Verantwortung eine friedliche Entwicklung Europas. Ihre Rede kann einen guten Beitrag dazu leisten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christian Kingreen, 1.Vorsitzender
P.S. Der Verein hat am Mahnmal für Zwangsarbeiter, Deserteure und allen Hagenern, die sich dem Naziterror widersetzten, des Jahrestages eine Gedenkstunde durchgeführt, dabei wurden Zitate Ihrer Rede vorgetragen und auch als Poster am Mahnmal ausgestellt. (Fotos anbei)
| Der Förderverein ist berechtigt, nach § 10 b EStG Spendenbescheinigungen auszustellen
| Dr. J.-Ch. Kingreen * 1. Vorsitzender * Am Teich 5 * 58093 Hagen * Telefon 02331/5 39 93 * Fax 02331/591303 Edgar Marsh * Schatzmeister * Stirnband 54 * 58093 Hagen * Telefon 02331/5 41 96 * Fax 02331/ 20 66 00 (d.) René Röspel * Schriftführer * Elberfelder Str. 57 * 58095 Hagen * Telefon 02331/919458 * Fax 02331/925437
| Konto: Sparkasse Hagen IBAN DE15 4505 0001 0100 1115 56
Www. Friedenszeichen-hagen.de
ein Unternehmen ist mehr als ein Job. Darum ist mir wichtig, dass jedes neue Projekt auch zu mir und meinen Werten passt. Denn nur so kann ich die besten Ergebnisse erzielen.
Mahnwache zum 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion
Der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN erinnert am Freitag, den 25. Juni, mit einer Mahnwache an den 80. Jahrestag des Überfalls der Wehrmacht auf die damalige Sowjetunion. Die Aktion beginnt um 16 Uhr am Mahnmal für Zwangsarbeiter und Deserteure in der Potthofstraße. Ab 15 Uhr treffen sich Mitglieder des Vereins im AllerWeltHaus, um darüber zu beraten, wie die Forderung nach einer Politik, die auf Frieden und Entspannung ausgerichtet ist, in den Wahlkampf eingebracht werden kann.
Am 22. Juni 1941 überfiel Hitlers Wehrmacht die Sowjetunion. Über 27 Millionen Opfer musste die Sowjetunion beklagen. Der Krieg war für beide Völker eine traumatische Erfahrung. Das Verhältnis zwischen Deutschland und der UdSSR war in den vergangenen Jahrzehnten überschattet vom Ost-West-Konflikt, kaltem Krieg und ruinösem Wettrüsten. Die Erfahrungen aus den 80er Jahren haben gezeigt, dass trotz Spannungen und Konflikten der Aufbau von vertrauensbildenden Maßnahmen, Entspannung und Abrüstung möglich sind - auch unter dem Eindruck der gemeinsamen Geschichte. Ein wichtiger Bestandteil waren dabei persönliche Begegnungen, in Hagen zum Beispiel organisiert durch die Städtepartnerschaft zwischen Hagen und Smolensk (Smolensk wurde im Juli 1941 von deutschen Truppen besetzt).
Am 23. Juni, einen Tag nach dem Jahrfestag, berät der Haushaltsausschuss des Bundestages über insgesamt 27 neue Rüstungsmaßnahmen. Ein falsches Signal, findet das HAGENER FRIEDENSZEICHEN. Die Pandemie hat gezeigt, dass die Welt eine globale Familie ist, die aufeinander angewiesen ist. Der Verein wird sich in den kommenden Monaten mit Themen der Friedenslogik beschäftigen, um Schritte aufzuzeigen, wie den gewachsenen Kriegsgefahren begegnet werden kann. Gleichzeitig wird der Verein alle Aktivitäten unterstützen, die der Begegnung dienen, zum Beispiel die Projekte des Vereins East-West-East Germany.
Städtebündnis fordert atomare Abrüstung
Am 8. Juli Flaggentag in Hagen
Über 350 Städte des weltweiten Netzwerkes „Bürgermeister für den Frieden“ werden am Mittwoch, 8. Juli, allein in Deutschland gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Atomwaffen setzen. Auch in Hagen wird um 16 Uhr am Rathaus an der Volme die grüne Fahne mit der Friedenstaube gehisst. Die Aktion wird gemeinsam von der Stadt Hagen und dem Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN durchgeführt. Für die Stadt Hagen wird Bürgermeister Horst Wisotzki eine Ansprache halten. Anschließend findet am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße eine Mahnwache statt.
Rund 13.400 Nuklearwaffen bedrohen aktuell die Menschheit. 20 Atomsprengköpfe lagern nach wie vor in Büchel in der Eifel. Rüstungskontrollverträge sind gekündigt worden. Das Internationale Friedensforschungsinstitut SIPRI warnt vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Das macht deutlich: Atomwaffen müssen abgerüstet und geächtet werden! Ganz im Sinne des Urteils des Rechtsgutachtens des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vom 8.7.1996, der eine völkerrechtliche Verpflichtung zu Verhandlungen über nukleare Abrüstung feststellte.
Atomwaffen stellen eine immense Bedrohung für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt dar. Städte wären im Falle eines atomaren Angriffs durch ihre Wirtschaftskraft, Infrastruktur und hohe Einwohner*innenzahlen herausgehobene Ziele. Das Bündnis der Bürgermeister für den Frieden setzt sich für das Recht der Bevölkerung auf ein Leben frei von dieser Bedrohung ein. Gleichzeitig setzt sich das Bündnis ein für den 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag und fordert weltweit die Regierungen auf, diesem Vertrag beizutreten. In diesem Vertrag werden Atomwaffen ausdrücklich geächtet.
Ruth Sauerwein
Am 11. März 2020:
Mahnwache neun Jahre nach Fukushima
Am 11. März 2011 löste ein Tsunami die Atomkatastrophe in Fukushima aus. Diese größte
Katastrophe der zivilen Nutzung der Atomenergie jährt sich in diesem Jahr zum neunten Mal. Aus diesem Anlass ruft der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN am Mittwoch, den 11. März 2020, zu einer Mahnwache am Hagener Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße auf, um der Opfer zu gedenken. Beginn der Aktion ist um 17.30 Uhr.
„Wir erinnern uns an unserer Entsetzen im März 2011 über das Leid der Menschen, die Zerstörung der Natur. Aber wir wissen auch, dass die Katastrophe noch im vollen Gange ist: Im Inneren der zerstörten Reaktoren herrscht nach wie vor lebensbedrohliche Strahlung. Die Atomruinen müssen durch ununterbrochene Wasserzufuhr gekühlt werden. Große Teile des kontaminierten Wassers verseuchen trotz massiver Gegenmaßnahmen weiterhin Grundwasser und Meer, der aufgefangene Teil des radioaktiven Abwassers wird in riesigen Tanks gespeichert. Wegen Platzmangels soll das stark radioaktiv verstrahlte Wasser ab 2022 direkt in den Pazifik abgelassen werden. Der Schilddrüsenkrebs kommt bei Kindern im Großraum Fukushima 23 mal häufiger vor als im Landesdurchschnitt.“ So Dr. Christian Kingreen, Vorsitzender des HAGENER FRIEDENSZEICHENs.
Diese Folgen bekräftigen die Forderung: Alle Atomreaktoren müssen weltweit abgeschaltet
werden! Vor allem dürfen keine Veranstaltungen im Rahmen der Olympischen Spiele 2020 in
Tokio im Raum Fukushima stattfinden!
NEIN zu DEFENDER 2020
In unserer Zeit der Globalisierung ist Zusammenarbeit der einzige Weg, um die Menschheit vor Gefahren zu bewahren. Das gilt für die radioaktive Strahlung ebenso wie – aktuell – für Viren und den Klimawandel. In diesen Tagen läuft mit DEFENDER 2020 das größte NATO-Manöver seit Jahrzehnten an. 35.000 Soldat*innen und Kriegsmaterial werden derzeit auch über Dortmund nach Berlin und von da aus an die russische Grenze transportiert. Der Verein HAGENER FRIEDENSZEITEN sieht darin das falsche Signal in einer Zeit, die internationale Zusammenarbeit mehr denn je benötigt. Abgesehen davon, dass solche Manöver einen Umweltfrevel der besonderen Art darstellen, vertiefen sie Feindbilder.
Fukushima mahnt: Nur Zusammenarbeit aller Menschen rettet die Menschheit vor einer
ökologischen Katastrophe. Großmanöver wie DEFENDER erschweren die notwendige
internationale Zusammenarbeit!
Ruth Sauerwein