Mahnwache Fukushima 2020
Gegen Verdrängen und Verleugnen

Die Bilder der Katastrophe von Fukushima haben sich uns eingebrannt. 9 Jahre ist das her. Das kann man eigentlich nicht vergessen. Verdrängen aber schon. Auch verleugnen, dass es sich um ein Ereignis handelt, das unser aller Leben auf der Erde verändert hat. Aber Japan und die Welt schaffen dieses Verdrängen und Verleugnen: 

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Japan hat seine Atomreaktoren wieder hochgefahren, obwohl in Fukushima im Inneren der Reaktoren weiter eine tödliche Strahlung herrscht. Ständig müssen die Tanks gekühlt werden.

Das kontaminierte Wasser wird gesammelt und soll ab 2022 in den Pazifik eingeleitet werden. Japan leugnet die Gefahren und will in Fukushima sogar Teile der Olympischen Spiele 2020 abhalten. 

„The radioactive Olympics“ nennen das die Ärzte gegen den Atomkrieg.

 

Verdrängen und Verleugnen sind menschliche Eigenschaften, die uns allen vertraut sind. Aber wenn es um das Überleben der Menschheit geht, ist Wachsamkeit der ganzen Gesellschaft am Platze.

 

Fukushima ist nur ein Beispiel für die bedenkenlose Zerstörung unserer Umwelt. Zum Glück gibt es die jungen Menschen von Fridays for Future, die sich von halbherzigen Versprechen und Konzepten der Politiker nicht ruhigstellen stellen lassen. Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel! 

 

Aber auch der Glaube, mit Militär sei die Welt zu retten, verdrängt und leugnet die weltweiten Erfahrungen mindestens des letzten Jahrhunderts.

Das Militär selbst ist eine große Gefahr. Das Großmanöver „Defender“, das die NATO-Soldaten bis an die russische Grenze bringen soll, ist eine Friedensbedrohung ersten Ranges und dazu eine Umweltbelastung ungeheureren Ausmaßes.

 

Schließlich dürfen wir alle nicht länger verdrängen, dass unsere Vergangenheit, der Holocaust,   in Deutschland nicht dazu geführt hat, dass Antisemitismus und Rassismus endgültig geächtet sind. Halle und Hanau sind nur die offensichtlichen Zeichen dafür. 

 

Aus dem derzeitigen Umgang mit den Flüchtlingen rund ums Mittelmeer zeigt sich bei den Verantwortlichen ein erschütterndes Maß an Hartherzigkeit und Rassismus. Menschenrechte aber  sind unteilbar. Wie würden wir damit umgehen, wenn Deutsche sich in einer solchen Situation wie zum Beispiel die Flüchtlinge in Lesbos  befänden?

 

Dazu der holländische Historiker Johan Huizinga:

 „Eine Kultur kann hoch heißen, auch wenn sie keine Technik oder kein Skulpturenwerk hervorgebracht hat, aber nicht, wenn ihr Barmherzigkeit fehlt.“   

 

Wir stellen uns der Vergangenheit, weggucken und verleugnen sind der falsche Weg. Wir übernehmen Verantwortung für die Zukunft, über die wir dank der Wissenschaft schon viel wissen. Wir müssen diese Zukunft  gestalten. 

 

Ich danke Euch.
Dr. Christian Kingreen 11.3.20

 

 

Aktion zum Flaggentag am 8. Juli 2020

Am 8. Juli führten die Stadt Hagen und der Verein HAGENER FRIEDENSZEICHEN den internationalen Flaggentag des Städtebündnisses "Bürgermeister für den Frieden" durch. Etwa 20 Menschen hatten sich versammelt, um dabei zu sein, wenn die grüne Friedensfahne gehisst wurde. 

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Nach einem Lied von Rüdiger Dallmeier erklärte Bürgermeister Horst Wisotzki, dass es für alle Bürgermeister ein wichtiges Anliegen sei, für atomare Abrüstung einzutreten. Denn im Falle eines Einsatzes von Atomwaffen, seien Städte die ersten Ziele. Ruth Sauerwein wies in ihrer Rede für das HAGENER FRIEDENSZEICHEN darauf hin, dass die meisten Menschen sich der atomaren Gefahr nicht bewusst sind. Aktionen wie diese sollten darauf aufmerksam machen.
Im Anschluss an die Aktion vor dem Rathaus fand am Friedenszeichen in der Hohenzollernstraße eine Mahnwache statt. Jugendliche von East-West-East Germany hatten eine Rakete gebastelt. Auf diese Rakete sollen Unterschriften gesammelt werden. Die Rakete soll dem Hagener Bundestagsabgeordneten René Röspel übergeben werden, damit er sie mit nach Berlinin den Bundestag nimmt - zur Mahnung für atomare Abrüstung und zur Untermauerung der Forderung, dass die Bundesregierung endlich dem Atomwaffenabrüstungsvertrag der UNO beitritt.